HUMAN ZOO

 

In Zeiten, in denen auch gegen unerwünschte menschliche Stadtbewohner temporäre Aufenthaltsverbote an vermeintlich öffentlichen Orten ausgesprochen werden, verspricht eine zoopolitische Transspezies-Perspektive neue Erkenntnisse: So arbeiten God’s Entertainment mit der Hypothese, dass soziale und materielle Kontroll- und Ordnungsmechanismen einen Transfer von Tier zu Mensch erleben. Von Tauben-Spikes und Tauben-Netzen war es kein weiter Weg zu Parkbänken, auf denen Obdachlose nicht mehr liegen konnten: Gegen denKörper gerichtete Erschwerungen des Aufenthalts – oder wie im Zoo zur Verhinderung der Flucht – bleiben fast unsichtbar, könnten aber gerade dadurch kaum brutaler sein. 

Das Wiener Performancekollektiv wird für die Dauer von ZOO 3000 einen HUMAN ZOO errichten, in dem menschliche Randgruppen ausgestellt werden. Die performative Installation versucht durch die Abbildung des Originals den Kreislauf der Stereotypen zu durchbrechen.

God’s Entertainment arrangiert und inszeniert die Klischees so, dass die schon vorhandenen Vorstellungen der Zuschauer bestätigt und verstärkt werden. Für die gesamte Dauer von ZOO 3000 werden die ausgestellten Randgruppen den HUMAN ZOO als Lebensraum beziehen – und erst in der LANGEN NACHT DER BEFREIUNG wieder verlassen.
|kampnagel|


In Koproduktion mit kampnagel 
Gefördert von: A Space for Live Art, GD Bildung und Kultur - Programm "Kultur", Kulturstiftung des Bundes

TICKETS: 3 Euro (inkl. ZOOLOGICAL INSTITUTE),
 Eintritt frei mit Karte für andere LIVE ART Vorstellungen

 photo © frank egel


 

LIVE ART FESTIVAL
ZOO 3000: OCCUPY SPECIES

DIE EXPLODIERTE UNIVERSITÄT 5 - 15. JUNI 2013. 

 

Unter dem Titel ZOO 3000: OCCUPY SPECIES widmet sich das LIVE ART FESTIVAL 2013 exklusiv dem Verhältnis von Mensch und Tier und verhandelt zehn Tage lang machtpolitische Verhältnisse von Klassen, Ethnizität, Geschlechtern und Habitaten. Die als »animal turn« bezeichnete Wende beschäftigt sich beispielsweise mit Fragen der Handlungsfähigkeit und Subjektivität von Tieren als Akteuren der Geschichte oder auch mit »Spezies« als Ressourcen für Herrschaft und Emanzipation. Das Versprechen der Animal Studies: die radikale und progressive Verkomplizierung aller Verhältnisse. Denn tatsächlich scheint die konsequente Berücksichtigung von Tieren bei Fragen wie Sexualität, Politik oder Freundschaft die Grenzen des bislang dazu Gedachten zum Einsturz zu bringen. Die Animal Studies sind eines der bemerkenswertesten Phänomene der Kultur- und Geisteswissenschaften und sind Motor politischer Bewegungen und künstlerischer Produktion, die sich in Tanz, Installation, Performance und Intervention ausdrückt. Das dritte Jahrtausend stellt Zoopolitik auf die Tagesordnung – das LIVE ART FESTIVAL 2013 nimmt die Herausforderung einer Kritik der politischen Zoologie an und reflektiert in der EXPLODIERTEN UNIVERSITÄT des Theoretikers Fahim Amir die Potentiale des Diskurses, die in der NACHT DER BEFREIUNG kulminiert und dem Praxis-Test unterzogen wird. À propros Praxis: Im Kampnagel-Restaurant »Casino« gibt es während des Festivals vegetarische und vegane Köstlichkeiten – und der mobile Kiosk von Supersyl/Manuel Scuzzo sorgt für Wohlbefinden an unerwarteten Orten.
Kommen Sie als Hund zum Knochen: Don´t miss ZOO 3000!

Gefördert von: Logos einfügen: A Space for Live Art, GD Bildung und Kultur, Kulturstiftung des Bundes, hamburgische Kulturstiftung, npn, Rudolf Augstein Stiftung, Rusch Stiftung

Festivalpass 40 Euro (erm. 20 Euro)