Login: Passwort:
 

Love Club

Love Club (remake von Fight Club)

Saturday, 29.09.2007 12:01 | | Comments 0

Anstelle des Austestens der Gewaltbereitschaft, wird jedoch bei Love Club die Grenze der sexuellen Obsession des Publikums auf eine äußerst harte Probe gestellt. Gleichzeitig soll die Frage der offenen Zurschaustellung von Intimität und Vertrautheit hinterfragt werden.


video


Love Club (remake von Fight Club)

Um einer anscheinend vorherrschenden Meinung bezüglich der Arbeit bzw. der Produktionen von God´s Entertainment – Zitat Anna Heuberger für Klein&Kunst online über „Radovan Karadzić – King of Comedy“: „Ja, die Intermedialität wäre mir aufgefallen. Auch sehr hübsch inszeniert. Jedoch der Rest? Eher weniger. Wieder mal Sex, Alkohol und Gewalt auf der Bühne. Geht’s auch anders?“ – weiterhin gerecht zu werden, wird GE wohl mit der Performance Love Club weiters Stoff für wie eben zuvor genannte Kritiken liefern.
Die stark an der Idee des von God´s Entertainment entwickelten Fight-Club’s angelehnte Performance Love Club zeigt rein vom Aufbau der technischen Seite keine wesentlichen Änderungen.

Anstelle des Austestens der Gewaltbereitschaft, wird jedoch bei Love Club die Grenze der sexuellen Obsession des Publikums und der Performer auf eine äußerst harte Probe gestellt. Gleichzeitig soll die Frage der offenen Zurschaustellung von Intimität und Vertrautheit hinterfragt werden.

Ziel dieses Spiels ist es wiederum via Fernbedienung in die Rolle eines Kämpfers – Lovers - zu schlüpfen und sein Gegenüber mittels Liebesbekundungen in die Knie zu zwingen.

Da dem Spielenden die Möglichkeit geboten wird mittels Joystick „seinen“ Lover zu steuern greift er (in)direkt in das Spiel ein. Er ist nicht selbst Part der Auseinandersetzung – aber er ist der Steuernde, der Verantwortliche. Er ist es, der den Ablauf bestimmt. Er ist es, der herausfinden muss ob das Gegenüber seiner „Marionette“ seine persönliche Grenze an Zuneigung erreicht hat und so „aufgibt“, oder nicht. Es stellt sich dabei die Frage wie weit die Grenze zwischen Spiel und Realität verschwimmen kann, wie weit man sich selbst (als auch den Lover) mit dem Spiel identifiziert, oder Teil davon sein will. Er ist verantwortlich für Intimität, Leidenschaft, Intensität,... . Wieweit geht eine Person in der Öffentlichkeit? Inwieweit lässt sich ein Mensch in der Öffentlichkeit, ohne dabei von Schamgefühlen erstickt zu werden, bzw. sie nach Außen zu zeigen, lieben? Verschiebt das „Spiel“ diese Grenze nach unten? Das Verschwimmen dieser durch Unfreiheit definierten Grenzen wird so auf die Probe gestellt.

Der Lover wird die Befehle des Spielenden konsequent ausführen. Anders als bei Fight Club muss sich der (Part des) Lover(s) bewusst sein, dass die gesteuerten Bewegungen und Liebesbekundungen in den Phantasien und der Willkür des am Joystick Spielenden begründet sein können und so dessen Vorgehen im Spielverlauf bezeugen. Gleichzeitig kann dies jedoch auch als Offenlegung der (des Joystick-Spielers) eigenen Vorgehensweise im Bereich sexueller Annäherung und daraus entstehender Obsession(en) gesehen werden.

Die Aktion wird wieder mittels Dj durch Sound und Videoprojektionen unterstützt. Musik und Bilder sollen Spannungen, Ruhezeiten, etc. aufnehmen und wiedergeben.


Ablauf:

Mittels Joysticks werden die Lover so beweget, dass der Spielende (die sich am Joystick befindende Person) die Möglichkeit hat seine Figur zu lenken, bzw. ihr den Auftrag zur sexuellen Annäherung erteilt. Dies wird wieder mittels verschieden farbigen Leuchten vermittelt. Der Lover führt ohne Nachzudenken die Befehle des Spielenden aus. Sei es streicheln, ausziehen, küssen,... je nach der Ausreizungsbereitschaft der Grenzen jedes einzelnen Lovers. Die Liebesdienste sind nicht gespielt, weshalb ein vormaliges Proben dieses Stückes nicht als zielführend erscheint. Sollte jedoch jemand von GE’s PerformerInnen von sich aus über eine etwas eingerostete erotische Vergangenheit klagen, und so eine körperliche Gefahr für die weiteren Teilnehmer darstellen, können im Vorfeld ein bis zwei Proben vereinbart werden. (Die bei Fight Club verwendeten Zahnprotektoren zur Verringerung von Verletzungen im Oralbereich müssen bei Love Club jedoch zu Hause bleiben.) Der Kampf soll und kann nicht vorausbestimmt werden. Die Performance wird zur Aktion. Der Ausgang der Aktion ist somit offen. Soll ein Lover die selbst empfangene Liebe als nicht mehr ertragbar verspüren, muss er das Game Over vermitteln. Das Spiel ist somit zu Ende. Es hat einen Sieger und einen Verlierer. Die nächste Runde beginnt.

Das Spiel wird ebenfalls authentisch gespielt. Es gibt keinen Schein. Jeder der Mitwirkenden muss sich über die Konsequenzen seiner versprühten Liebe bewusst sein. Sei es als lenkender als auch als ausführender Part. Jeder, auch das zusehende Publikum wird gezwungen über sein Eingreifen, bzw. sein nicht Eingreifen und Zulassen, Zusehen zu reflektieren.

Auch Wetten werden wieder angenommen.



Termine: September 2007 Location: Kampnagel Hamburg


Termine: November 2007 Location: brut Wien



© Photo: Peter Mayr

Add comment

Enter the string from the spam-prevention image above

Newsletter

E-Mail
Bestellen Abmelden

Calendar

No upcoming events!

Blog Categories

Tags